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Pferdefütterung allgemein/ Lebenswichtige Nährstoffe

futter 2 pferdeZusätzliche Information über Mineralien & Co. erfahren Sie in meiner Publikation bei der Pferdezeitung Pferd.

 

 

 

oel1Energie/Fette: Lebensmittelenergie wird im Allgemeinen als Gesamtheit der verdaulichen Nährstoffe beschrieben (Total of Digestable Nutrients = TDN) oder Kalorien aus verdaulicher Energie (VE) (Digestible Energy = DE). Die meiste Lebensmittelenergie erhält man aus Kohlenhydraten und Fetten (Ölen). Getreide und Fette weisen pro Gewichtseinheit eine höhere Energiemenge auf, allerdings bietet auch Raufutter (Gras und Heu) Energie. Tatsächlich bietet in der Ernährung mancher Pferde das Raufutter alle notwendige Energie. Fette enthalten pro Gewichtseinheit 2,25 Mal mehr Energie als Kohlenhydrate oder Proteine. Obwohl Fette und Öle die gleiche Menge Energie enthalten, verbessern Öle im Allgemeinen den Zustand des Fells besser als Fette. Grund ist die höhere Menge an ungesättigten Fettsäuren in Ölen. Essenzielle Fettsäuren müssen der Ernährung des Pferdes zugefügt werden und können nicht im Körper hergestellt werden. Das gilt besonders für die essenziellen Fettsäuren Linolsäure (Omega 3) und Linolensäure (Omega 6). Gesteigerte Mengen essenzieller Fettsäuren und das Verhältnis dieser Fettsäuren haben möglicherweise einen Einfluss auf die Gesundheit. Höhere Gehalte an Linolsäure steigern möglicherweise den Gehalt eines Prostaglandins, das entzündungshemmend wirkt. Dies wäre sehr wohltuend für Pferde, die an Osteoarthritis leiden, wie zum Beispiel ältere Pferde oder Pferde im Leistungssport. Um das optimale Verhältnis dieser essenziellen Fettsäuren zu sichern, können Ölkombinationen und andere spezielle Produkte verwendet werden. N-6 (Linolsäure)/N-3 (Linolensäure) -Verhältnis verschiedener Oele: Maisöl 55: 2, Sojaöl 54:10, Leinöl 16:55, Rapsöl 21:11; Reiskeimöl 7:0.3

Daten aus der  Forschungen zeigen, dass die Steigerung des Fettgehalts des Futters die Leistung des Pferdes verbessert. Fettsäuren, entweder aus dem Fett in der Ernährung oder vom Körperfett freigesetztes Fett, kann verwendet werden, um den Energiebedarf des Pferdes zu decken. Der Körper lagert Energie als Fett oder Glykogen (Stärke) in der Leber und den Muskeln ab. Der Energiegehalt im Körperfett übertrifft bei weitem die Energiemenge, die in der Leber und den Muskeln gelagert werden kann, einfach weil die Gewebemenge und der dort vorhandene Energiegehalt größer ist. Zu den Theorien darüber, wie diese zusätzlichen Fette im Futter wirken, gehören 1. die direkte Verwendung von Fettsäuren aus dem Körper und dem Futter als Energiequellen bei der aeroben Bewegung 2. das Aussparen von Glykogen aus der Leber und den Muskeln, die bei anaerober Bewegung verwendet werden. Neueste Arbeiten zeigen auch die Vorteile einer Kontrolle des Blutzuckers und des Insulins bei heranwachsenden Pferden und solchen im Leistungssport durch die Fütterung von mehr Fett und weniger Stärke.

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Proteine=Eiweisse: Eiweisse bestehen aus unterschiedlicher Zusammensetzung einzelner Aminosäuren. Ähnlich wie essenzielle Fettsäuren werden Aminosäuren, die das Pferd nicht selbst herstellen kann, als essenzielle Aminosäuren bezeichnet (Essential Amino Acids = EAA) Die essenziellen Aminosäuren müssen im Protein in der Ernährung enthalten sein. Die essenzielle Aminosäure Lysin ist die erste limitierende Aminosäure für das wachsende Pferd. Auch wenn alle Pferde Protein benötigen, ist es besonders während des Wachstums wichtig,eine ausreichende Aufnahme zu sichern. Protein wird für Muskeln, Knochen, Knorpel sowie für das Wachstum von Hufen und dem Fell benötigt. Das optimale Wachstum und die Entwicklung eines Fohlens hängen von der ausreichenden Proteinmenge in der Ernährung ab. Erwachsene Pferde benötigen Protein, um Muskeln und Knochen zu erhalten und aufzubauen. Auch beim Zustand des Fells spielt Protein eine Rolle, wenn auch keine so bedeutsame wie die Fettsäuren. Der benötigte Proteingehalt im Futter erwachsener Pferde ist niedriger als der eines Pferdes im Wachstum, d.h. ein erwachsenes Pferd benötigt etwa 8% Protein in seiner Diät und ein Absatzfohlen etwa 14-15%. Dies liegt an zwei Faktoren:1. Erwachsene und aktive Pferde verbrauchen am Tag insgesamt mehr Futter. 2. Sie benötigen kein zusätzliches Protein für das Wachstum. Arbeit steigert den benötigten Proteingehalt im Futter nicht, weil der erhöhte Bedarf an Protein durch die Erhöhung der Futtermenge gedeckt wird, die benötigt wird, um den zusätzlichen Energiebedarf zu decken. Oft wird der Proteingehalt irrtümlich für einen Indikator des Energiegehalts von einem Futtermittel gehalten. Protein kann als Energiequelle genutzt werden, zum Beispiel, wenn die Ernährung nicht genug Energie enthält. Die Verwendung von Protein als Energiequelle ist nicht nur wenig effizient, sondern auch sehr teuer, da Proteinquellen viel mehr kosten als Getreide oder Fette. Obwohl Protein als Energiequelle genutzt werden kann, kann Energie normalerweise Protein nicht ersetzen, da Protein eine bestimmte chemische Zusammensetzung hat. Ein extrem wichtiges Zusammenspiel von Protein und Energie ist das Verhältnis von Proteinen und Kalorien. Dieses Verhältnis ist die Beziehung zwischen einer bestimmten Proteinmenge und dem Energiegehalt einer Fütterung. Dies wird normalerweise ausgedrückt durch die Grammmenge an Protein pro Mcal VE (Verdauliche Energie). Ein unausgeglichenes Verhältnis von Proteinen und Kalorien kann zu einer fehlerhaften Knochenentwicklung führen, oft zu übergewichtigen Jungtieren mit unzureichender Knochenbildung. Auch wenn Hafer und Luzerneheu den Proteinbedarf junger Pferde deckenkönnen, ist das Verhältnis von Protein und Kalorien häufig nicht im Gleichgewicht.

futter3Getreide: Getreide enthält einen höheren Fettgehalt und liefert ebenfalls Protein. Es enthält aber geringere Mengen an Calcium, verschiedenen Mineralien und Vitamin A. Hafer ist das Getreide, das traditionell an Pferde verfüttert wird, wegen seines relativ hohen Ballaststoffgehalts und seiner verhältnismäßigen Sicherheit bei der Fütterung. Er kann ganz oder in einer verarbeiteten Form verfüttert werden, zum Beispiel zerquetscht oder als Haferflocken. Gemessen an den Kosten pro Energieeinheit ist Hafer gewöhnlich ein sehr teurer Energielieferant für das Pferd. Mais enthält mehr Energie als Hafer, aber weniger Proteine und Ballaststoffe. Mais enthält mehr Fett und wird normalerweise dem Fell „Glanz“ verleihen, muss aber behandelt werden bevor es verfüttert wird, da sonst die Verdaulichkeit zu gering ist und Blähungen u. Fehlgärungen entstehen können. Gerste ist ein anderes Getreide, das häufig an Pferde verfüttert wird. Ihr Futterwert gleicht dem von Hafer; allerdings enthält sie weniger Ballaststoffe. Außerdem unterscheidet sich der Ort der Verdauung der beiden. Dies kann Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Nährstoffe für das Pferd haben. Sorghum (Milo) wird ebenfalls verwendet und sollte wegen seiner kleinen harten Körner gemahlen, zerquetscht oder zu Flocken verarbeitet werden.

Die Fütterung hoher Mengen von Getreide – und damit Stärke – kann zu einem verstärkten Auftreten von Hufrehe durch Getreideüberlastung führen. Dies wird dadurch bewirkt, dass die Stärke, die im Dünndarm verdaut und vom Körper aufgenommen werden sollte, in den Dickdarm gelangt, dort den pH-Wert senkt und dadurch das Absterben von Bakterien und Protozoen verursacht. Dies verursacht eine Kettenreaktion, die letztlich zu einem durch Hufrehe lahmenden Pferd führen kann. Hufrehe ist die Entzündung der empfindlichen Huflederhaut im Huf. Fette steigern dieses Problem nicht. Jedes Pferd hat einen Mindestbedarf an Energie zur Lebenserhaltung. Dies wird als Erhaltungsbedarf bezeichnet. Trächtigkeit, das Säugen von Jungtieren, Wachstum und Arbeit können diesen Bedarf stark erhöhen. Der Erhaltungsbedarf muss gedeckt sein, bevor zusätzliche Energie für jegliche Betätigung verwendet werden kann. Wird nicht genügend Energie aufgenommen, nutzt das Pferd seine Fettspeicher oder sogar Protein (Muskelmasse), um die benötigte Energie zu erhalten. Dies führt zu einem schlechten Zustand und verminderter Leistung. Wird überschüssige Energie über das Futter aufgenommen, wird es als Körperfett gespeichert, was zu Fettleibigkeit führt. Wie Menschen sind manche Pferde gute „Futterverwerter“ und die Futterenergie muss genau kontrolliert werden, um etwaige gesundheitliche Probleme zu minimieren. Die Arbeit spielt vermutlich die größte Rolle beim Festlegen der Energiemenge, die ein Pferd benötigt. Leichte Arbeit steigert den Energiebedarf um 25% gegenüber dem reinen Erhalt, mittlere bis schwere Arbeit steigert den Erhaltungsbedarf um 50% bzw. 100%.

 

mineralien1Mineralien: Richtige Knochenbildung und das Wachstum des Skeletts sind sehr wichtig, wenn das Pferd als Sportler erfolgreich sein soll. Calcium und Phosphor sind zwei Mineralien, die im hohen Maße für die Knochenbildung benötigt werden. Die Aufnahme ausreichender Mengen Calcium und Phosphor sind besonders für junge Pferde wichtig, weil ihr Skelett schnell wächst und Entwicklungsprobleme auftreten können. Die Menge an Phosphor sollte die Calciummenge nicht überschreiten, egal was gefüttert wird. Zu den anderen Makromineralien, die in verhältnismäßig großen Mengen benötigt werden, gehören Natrium, Kalium, Chlorid und Magnesium. Diese Mineralien sind wichtig für das Säure-Base-Gleichgewicht, den Flüssigkeitshaushalt und die Nervenfunktionen. Andere Mineralien, auch als Spurenelemente oder Mikromineralien bekannt, sind genauso wichtig wie die Makromineralien (Mengenelemente), werden aber in viel kleineren Mengen benötigt. Zu diesen Mineralien gehören Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Kobalt, Jod und Selen. Spurenelemente dienen im Körper als Katalysator für viele biochemische Reaktionen. Sie sind möglicherweise auch an der Skelettbildung beteiligt. Einige Mineralien arbeiten zusammen; zum Beispiel sind Eisen und Kupfer wichtig für den Sauerstofftransport. Ein Ungleichgewicht oder Mangel an Mineralien kann zu einer Leistungsminderung führen, reduziertem Wachstum, verringerten Abwehrkräften und reduzierten Fortpflanzungsfähigkeiten. Ein niedriger Gehalt an Zink, Kupfer und Mangan wurde mit orthopädischen Entwicklungsstörungen (Developmental Orthopedic Disease = DOD) bei heranwachsenden Pferden in Verbindung gebracht: Pferde sind Sportler mit einer verhältnismäßig langen Lebenserwartung.

vitamineVitamine beeinflussen das Alter, die Fruchtbarkeitsphase und die Art der Arbeit beieinflusst den Vitaminbedarf. Vitamine werden unterschieden in fettlösliche (A, D, E und K) oder wasserlösliche (BKomplex und Vitamin C) Vitamine. Die fettlöslichen Vitamine können im Körper relativ lange gespeichert werden. Normalerweise erhalten die Pferde die größte Menge des benötigten Vitamin A über das Raufutter in ihrer Ernährung. Vitamin A geht durch die Oxidation relativ schnell verloren. Daher stellt lange gelagertes Heu eine mangelhafte Quelle für dieses Vitamin dar. Wegen des Vitamin-A-Verlustes im Raufutter und aufgrund der Tatsache, dass viele Pferde kein frisches Gras von der Weide erhalten, wird Vitamin A häufig dem Getreideanteil der Ernährung zugefügt. Vitamin D wird im Körper durch direktes Sonnenlicht und durch den Zugang zu sonnenbeschienenem Grünfutter hergestellt. Es wird für die richtige Verwertung von Calcium und die daraus resultierende Skelettbildung benötigt. Vitamin E ist vor allem für seine antioxidativen Eigenschaften und seine positive Wirkung auf das Immunsystem bekannt. Vitamin K ist in Pflanzen enthalten und wird wie die B-Vitamine auch von der Darmflora hergestellt. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Bakterien im Blinddarm und im Dickdarm synthetisieren die B-Vitamine. Bei vielen Pferden sorgt diese Synthese für alle B-Vitamine, die das Pferd braucht. Neuere Forschungen haben gezeigt, das Pferde im Leistungssport, Zuchtpferde und heranwachsende Pferde von zusätzlichen B-Vitaminen in der Ernährung profitieren können. B-Vitamine sind wichtig für den Energiestoffwechsel und werden nicht im Körper gespeichert. Man hat gezeigt, dass verhältnismäßig hohe Gehalte zweier B-Vitamine, Thiamin und Pyridoxin, auf einige Pferde eine beruhigende Wirkung haben. In bestimmten Fällen kann zusätzliches Biotin das Wachstum der Hufe verbessern. Vitamin C (Ascorbinsäure) ist ebenfalls ein Antioxidans, beeinflusst das Immunsystem und spielt eine Rolle bei der Bildung der Knochenmatrix.

heu 3Raufutter ist bei der Ernährung des Pferdes sowohl für die Versorgung mit Nährstoffen, als auch mit Masse (Ballaststoffen) wichtig. Ballaststoffe sind wichtig, um die Funktionen des Verdauungssystems aufrecht zu erhalten, zum Beispiel den Transport von anderen Nährstoffen durch den Verdauungstrakt. Getreide enthält pro Gewichtseinheit mehr Energie und weniger Ballaststoffe als Raufutter. Raufutter: Heu und Weidegras stellen den größten Anteil an Raufutter in der Ernährung eines Pferdes dar. Einige Nebenprodukte, wie die Hülsen von Sojabohnen und Faserstoffe aus Zuckerrüben, werden ebenfalls verwendet. Tatsächlich werden diese beiden Produkte viel mehr verwendet, weil ihre Ballaststoffe hochgradig löslich sind. Das bedeutet, dass diese Produkte relativ stark verdaulich sind. Neben der Masse bietet Raufutter Energie, Protein, Mineralien und Vitamine in unterschiedlichen Mengen. Heu und Weidegras werden in Leguminosen oder Gräser eingeteilt. Leguminosen enthalten im Allgemeinen mehr Energie, Protein und Calcium als Gräser. Zu den Leguminosen gehören Luzerne und Kleearten. Beispiele für Gräser sind Wiesenlieschgras, Knaulgras und Hundszahngras. Wiesenrispengrass, Wassergras und die meisten Getreidegräser sind gute Weidegräser für Pferde. Die Qualität von Heu und Weidegras kann sich von Jahreszeit zu Jahreszeit und von Jahr zu Jahr ändern, abhängig vom Ort, Klima, ackerbaulichen Vorgehensweisen, dem Reifegrad und der Erntemethode. Lässt man Heu im Freien trocknen, kann dies seinen Nährstoffwert drastisch reduzieren. Je älter Pflanzen werden, desto höher wird ihr Gehalt an Ballaststoffen und desto niedriger werden die meisten Nährstoffwerte. Zu den Indikatoren für die Qualitätvon Raufutter gehört Rohfaser, ADF (Acid Detergent Fiber = Säurendetergenzienfaser) und NDF (Neutral Detergent Fiber = Neutraldetergenzienfaser)

wasserWasser: Wassermangel hat eine schnellere und tiefgreifendere Auswirkung auf das Wohlbefinden des Pferdes als der Mangel jedes anderen Nährstoffes. Der Körper kann fast seine gesamte Fettmenge und die Hälfte seines Proteingehaltes verlieren und überleben. Ein Verlust von nur 1/10 Körperwassers kann zu ernsthaften Schädigungen bis hin zum Tod führen. Wassermangel führt zur Verringerung der Futteraufnahme und dadurch zu einer Verschlechterung der Leistung, des Wachstums, etc. Geeignetes Wasser zur Verfügung zu stellen, wenn es benötigt wird, kann für viele Pferdebesitzer eine Herausforderung darstellen. Zunächst, wie viel Wasser wird eigentlich benötigt? Ein ausgewachsenes Pferd (etwa 500 kg) benötigt 30 bis 45 Liter Wasser pro Tag für den Erhaltungsbedarf. Dies entspricht dem Bedarf an einem kühlen Tag mit geringer Luftfeuchtigkeit. Die benötigte Wassermenge für den Erhaltungsbedarf kann durch Umgebungstemperatur, relative Feuchtigkeit, Futterart, Gesundheit und Kondition des Pferdes, Art der Aktivität oder Nutzung zur Zucht leicht verändert werden. Aktivität bei heißem und feuchtem Wetter zum Beispiel kann den Wasserbedarf um 300 bis 400 % steigern. Mittelschwere Arbeit kann den Wasserbedarf um 60 bis 80 % erhöhen und schwere Arbeit um bis zu 120 %. Eine laktierende Stute benötigt mehr Wasser für die Milchproduktion. Die Fütterung von großen Mengen Trockenfutter (Heu und/oder Getreide) erhöht normalerweise den Wasserbedarf. Im Gegensatz dazu können Pferde, die auf saftigen, grünen Wiesen grasen, den größten Teil ihres Wasserbedarfs durch das Wasser im Gras decken. Gras im Wachstum enthält 60 bis 80 % Wasser. Hochverdauliche Futtermittel, z.B. intensiv verarbeitete Futter, können die Wasseraufnahme verringern. Durch die Verringerung der thermischen Belastung bei der Verdauung, können fettreiche Futtermittel zu einer Absenkung des Wasserbedarfs führen. Proteinreiche Ernährung oder Futter mit hohem Salzgehalt erhöhen die Wasseraufnahme. Neben dieser Beeinflussung des Wasserbedarfs durch die Ernährung, hat die Aktivität den größten Einfluss auf den Wasserbedarf. Mehr als 80 % der verstoffwechselten Nahrungsenergie wird zur Wärmeproduktion verwendet. Durch Arbeit erhöht sich die Hitzemenge, die ein Pferd abgeben muss. Eine Unfähigkeit zur Ableitung der thermischen Belastung führt zur Erhöhung der Körpertemperatur bis zur Leistungsminderung und möglichen Gefährdung des Pferdes. Ohne die Fähigkeit Hitze abzuleiten, würde mittelschwere Aktivität wie z.B. Traben (50% VO °C/Minute erhöhen and schneller Galopp würde die Temperatur um ~0,6 °C/Minute steigern. Dies würde die Körpertemperatur in nur 4 bis 6 Minuten auf lebensbedrohliche 41 °C erhöhen. Glücklicherweise tritt dies eher selten auf. Das Pferd leitet Wärme primär durch Verdunstungskühlung ab. Die Kühlung durch Verdunstung über Schweiß bzw. den Atemtrakt beträgt 55 bis 60 % bzw. 25 %. Luftbewegung unterstützt die Kühlung durch Verdunstung. Auch bei Umgebungstemperaturen, die höher als die Körpertemperatur des Pferdes sind, kann das Pferd Hitze über Verdunstung abgeben. Hohe Luftfeuchtigkeit jedoch schränkt die Effektivität der Verdunstungskühlung stark ein. Das Ergebnis der Summierung von Umgebungstemperatur und relativer Luftfeuchtigkeit liefert eine Richtlinie, die oft als „Komfort-Index“ bezeichnet wird und die Effizienz von Verdunstungskühlung bestimmt. Ein Wert, der unter 130 liegt, hat keinen negativen Einfluss auf die Hitzeabgabe. Ein Wert über 150, bei dem die Feuchtigkeit 50 % des Gesamtwerts ausmacht (relative Feuchtigkeit über 75 %) kann die Effizienz der Kühlung einschränken. Wenn der Komfort-Index über 150 liegt, sollte besondere Vorsicht angewandt werden, da das Risiko der Überhitzung besteht. Bei Werten über 170 sollte nur sehr geringe Aktivität ausgeführt werden und bei Werten über 180 findet keine Hitzeabgabe statt und es sollte daher keine forcierte Aktivität ausgeführt werden. Die Fähigkeit zur Hitzeabgabe kann bei Pferden in schlechtem Allgemeinzustand, mit dickem Fell oder Übergewicht ebenfalls verringert sein .Diese Faktoren können die Hitzeproduktion zusätzlich steigern und somit zum Problem der Hitzeabgabe beitragen. Etwas mehr als ein Liter Schweiß leitet die Hitzemenge ab, die durch 7 bis 8 Minuten Traben entsteht. Bei intensiver Arbeit können Pferde signifikante Mengen an Flüssigkeit über den Schweiß verlieren. Dies ist eine wichtige Funktion der Thermoregulation bei heißem Wetter und Aktivität. Üblicherweise schwitzen Pferde zunächst an den Stellen, wo sie keine Hitzedurch Abstrahlen abgeben können, wie unter dem Sattel und zwischen den Hinterbeinen, gefolgt von Hals, Brustkorb und Flanken. Der Schweiß enthält ein Protein mit Eigenschaften eines Detergenz, das den Hitzeverlust durch Verdunstung fördert. Aus diesem Grund wirkt das Abtrocknen von Schweiß kontraproduktiv. Verlängertes Schwitzen führt zu einem wässrigeren Schweiß, der sich weniger zur Hitzeabgabe eignet. Abwaschen des Pferdes mit kaltem Wasser ist eine gute Methode, um die Kühlung zu fördern. Hierbei wird stets unten an den Beinen angefangen und sich langsam hochgearbeitet, bis zu Rücken, Schultern und Hals.Ob schon Schweiß eine entscheidende Rolle in der Thermoregulation spielt, hat dies eine negative Seite. Schweiß enthält Natrium (Na), Chlorid (Cl), Kalium (K), Calcium (Ca) und Magnesium (Mg), die sogenannten Elektrolyte. Verringerte Wasseraufnahme gepaart mit exzessivem Schwitzen, kann zu einer Leistungsverminderung bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Wie können diese Risiken vermindert werden? Der Gastrointestinaltrakt (GIT) ist der einzige Speicherort für Wasser und Elektrolyte. Überschüssiges Wasser oder Elektrolyte, die im GIT absorbiert werden, werden über den Urin wieder ausgeschieden. Es gibt keine Möglichkeit überschüssiges Wasser oder Elektrolyte auf Vorrat zu speichern, auch wenn diese vor der Arbeit zugeführt werden, steht nur die Menge zur Verfügung, die sich im GIT befindet. Schwerer Verlust von Wasser und Elektrolyten kann nur verhindert werden, wenn dem Tierdiese zugefügt werden, sobald diese abgegeben werden. Daher sollten dem Pferd bei heißem Wetter oder schwerer Arbeit immer Wasser, Salz und Elektrolyte zur Verfügung stehen.

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