Grund der Konsultation: Rationsüberprüfung eines Pferdes; Rezidivierende Koliken des Stallfreundes und anderer Pensionspferde

Befunde: Nagt Holz & BCS: 5-6

Fütterung derzeit (Winter) pro Tag umgerechnet:

  • Heu auf Matschkoppel für ca. 2-3 h, dann abends wieder Heu
  • 550 g Äpfel
  • 100 ml Leinöl
  • 200g Mash
  • 2 kg Spezialmischung aus Hafer, Mais, Gerste etc. (unbekannte Zusammensetzung bzw. keine detaillierte Info über Zusatzstoffe)
  • 40 g St. Hippolyt Semper Mineral (derzeit nicht gefüttert)

Kotuntersuchung: Entwurmung ohne vorherige Untersuchung des Kots. Weiter Untersuchungen, ob noch Wurmeier vorhanden sind oder ob es Veränderungen des Darmmilieus oder Schimmelpilz oder Hefenbefall vorliegt, wurden noch nicht getätigt. Sind evtl. nachträglich sinnvoll.

Fazit zu den Diagrammen:

  • Energiezufuhr derzeit:70 MJME für 100 %
  • Zusätzlicher Leistungsbedarf: 7 MJME

Diagnose: Deutliche Unterversorgung einiger wichtiger Mineralien, Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren (siehe Schaubilder).

Haltung und Probleme:

    • Heu auf Matschkoppel für ca. 2-3 h, dann abends wieder Heu
      (ca. 8 h Fresspause ist recht lang; sollte unter 3 Stunden sein; Magenulcusgefahr und Fehlgärungen können entstehen)
    • Koppel ist sandig ; Sand-Anschoppung im Darm kann zu Koliken führen
    • Kraftfutter wird zuerst gefüttert: Gefahr, dass es nicht genügend eingespeichelt wird; kann zu Schlundverstopfung und weniger guter Verdauung der Stärke führen
    • Kraftfuttermenge von 2 kg/Tag ist für ein  Freizeitpferde recht hoch;
      prinzipiell ist bei genügender Fütterung von Heu inkl. Mineralfutter, kein Kraftfutter notwendig, sondern belastet nur den Darmtrakt
    • Pferd nagt Holz: Zeichen der Langeweile, evtl. zu langer Schneidezähne, zu geringer Raufaseraufnahme, zu geringer Kautätigkeit, was zu Magengeschwüren führen kann
    • Chronischer Selenmangel etc. kann zu Leberbelastung und zu Koliken führen
    • Insgesamt ist die Mineralienzufuhr zu gering und auf keinen Fall trotz Kraftfuttergabe zu unterlassen, solange nicht gewährleistet ist, dass alle Spuren- und Mengenelemente durch mineralisiertes Kraftfutter tatsächlich abgedeckt werden. Derzeit ist nur Calcium und Phosphor durch Kraftfutter deklariert worden und keine Zusatzstoffe zugefügt worden, die einem Mangel entgegenwirken könnten.
    • Insgesamt nur wenig zusätzliche Bewegung pro Tag, kann zu verminderter Wasseraufnahme führen und zu geringerer Darmtätigkeit.
    • Die Selbsttränke auf der Koppel lässt evtl. zu wenig Wasser aufnehmen, Pferde lieben es grössere Mengen pro Zeiteinheit aufzunehmen; evtl. Eimer zusätzlich hinstellen
    • Entwurmungen ohne Kotuntersuchungen vorab sind nicht mehr zeitgemäss; Resistenzen können entstehen und man wiegt sich in Sicherheit, obwohl das Wurmmittel evtl. nicht gewirkt hat.

Durch die Rezepturveränderung sollte gewährleistet werden, dass genügend Wasser aufgenommen wird, die Kauzeit verlängert wird, somit eine bessere Einspeichelung des Futters erfolgen kann und durch gezieltes Parasitenmanagement die Kolikgefahr reduziert wird.

Wir wünschen der Besitzerin weiterhin alles Gute und viel Kraft den Verlust ihres anderen Pferdes zu verarbeiten.

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